Festplatten durchkämmen nach Vista-Art
In Windeseile sucht und findet Windows Vista Dokumente – aber nur mit der richtigen Abfrage.
Von Matthias Schüssler
Der Umstieg auf Windows Vista fordert Opfer. Eines ist der «Search Companion», der braune Suchhund, der in XP Dateien aufgestöbert hat. Ob er am Strassenrand ausgesetzt wurde oder unter Bill Gates’ Salontischchen liegt, ist nicht bekannt. Klar ist indes: In Vista sucht man anders.
Während der «Search Companion» Jagd auf Dateien machte, sucht Vista vielmehr nach Inhalten. Ein Programm im Hintergrund legt von allen Dokumenten einen Index an, sodass der Suchbegriff nicht nur im Dateinamen, sondern auch in den Dokumenten gefunden wird. Der Dateiname, früher zentrales Kriterium für die Dokumentsuche, ist bei Vista nicht mehr wichtig.
Recherche à la Google
Das neue Prinzip entspricht vielmehr der Suche, wie man sie von Google und Yahoo kennt. Ein wesentlicher Unterschied liegt darin, dass Windows immer nur den Ordner durchsucht, der im Windows-Explorer geöffnet ist. Darum ist die Organisation in Ordner nach wie vor wichtig: Wer alle Dokumente in einen Ordner legt und auf die Volltextsuche vertraut, wird bald lange Listen mit Suchresultaten durchforsten müssen. Scheller kommt ans Ziel, wer Dokumente nach passenden Kriterien in eigene Ordner versorgt.
Wie bei Google oder Yahoo ist es auch bei Vista wichtig, richtig zu suchen. Dabei helfen die Einschränkungsmöglichkeiten. Wenn Sie einen Begriff nur im Dateinamen und nicht im Inhalt suchen wollen, stellen Sie dem Suchbegriff «name:» voran. Mit «name:kummerbox AND vista» suchen Sie das Wort «Vista» in Dokumenten mit dem Dateinamen «Kummerbox». Mit «tag:» überprüft Vista nur die einer Datei angehängten Stichwörter auf den angegebenen Begriff.
Mit «type:» schränken Sie die Suche auf einen Dateityp ein. Mit «type:pdf» werden nur PDF-Dateien abgeklappert. Für Anwender die mit den Dateitypen nicht vertraut sind, hält Vista das Steuerwort «art:» bereit. Mit ihm kann man den Typ allgemein vorgeben. Die Angabe «art:text» bringt Explorer dazu, nur Texte auszuspüren, mit «art:bild» werden nur Grafikdateien untersucht.
Über den Begriff «datum:» grenzen Sie Dokumente zeitlich ein: «datum:>17.9.2007» liefert Dokumente, die nach dem 17. September 2007 erstellt wurden. Und über «grösse:» ist schliesslich eine Angabe der Dateigrösse möglich: «grösse:<1MB» beschränkt die Resultate auf Dateien unter einem Megabyte.
Mit «AND» (in Grossbuchstaben) verknüpfen Sie Suchbegriffe, die allesamt im Dokument vorkommen müssen – ohne «AND» liefert die Suche auch Dokumente, in denen nur eines der aufgeführten Wörter vorkommt. Mit «NOT» schliessen Sie Wörter aus: «Bill NOT gates» findet Texte, in denen von Bill, aber nicht von Bill Gates die Rede ist. Anstelle von «AND» und «NOT» können Sie auch Plus oder Minus verwenden:
«bill -gates»
Wenn ein aus mehreren Worten bestehender Begriff als Ganzes gesucht werden soll, setzen Sie diesen in gerade Anführungszeichen: "Wer sucht, der findet".
Suchen ohne Plus und Minus
Für Anwender, denen diese Syntax zu abgehoben ist, hält Microsoft eine einfachere Suche bereit. Für diese klicken Sie bei «Suchtools» in der Menüleiste auf «Suchoptionen». Es erscheint ein Dialog, in dem die Option «Unter Verwendung natürlicher Sprache suchen» zur Verfügung steht. Ist sie aktiv, verwenden Sie einfach einige passende Stichworte zum Suchen: Die Eingabe «Musik Gölä oder Polo Hofer» fördert passende MP3-Dateien zu Tage. «E-Mails heute» zeigt alle Nachrichten des laufenden Tages.
Und mit «Bilder Ferien 2006» kann man dank Vista augenblicklich in alten Erinnerungen schwelgen.
SCREEN TA
Auch in riesigen Archiven: Klug gesucht ist schnell gefunden.

