Job, Wohnung, Auktion: Dieser Dienst überwacht Websites für Sie

Test Visualping informiert Benutzer, wenn Veränderungen im Internet eine schnelle Reaktion erfordern.

Der oder die Schnellste zu sein, zahlt sich auch im Web aus – nämlich dann, wenn man als Erstes von einer Stellenausschreibung erfährt, das Onlineinserat für die Traumwohnung sieht oder ein Liebhaberstück bei einer Auktion entdeckt. Doch lohnt es sich, für den Informationsvorsprung mehrfach am Tag die interessanten Websites abzusurfen, nur um festzustellen, dass sich doch nichts getan hat?

Nein, natürlich gibt es längst digitale Hilfsmittel, die einem die Routinechecks abnehmen. Die Browsererweiterung Distill.io erfüllt diesen Zweck seit einigen Jahren, doch das Einrichten ist etwas knifflig. Eine leichter zu benutzende Alternative ist visualping. io: Bei diesem Dienst erfassen Sie einen Überwachungsauftrag, indem Sie die Adresse der Website angeben, die auf Veränderungen überprüft werden soll. Wichtig ist, den sogenannten Deep Link anzugeben – also nicht die Startseite, sondern die Unterseite, an der Sie Interesse haben. Es ist auch möglich, die Resultatseite einer Suche zu überwachen. Ein Beispiel: Sie möchten auf Ricardo.ch nach einer signierten Erstausgabe von Michael Endes Buch «Momo» Ausschau halten. Sie führen diese Suche durch und übertragen die ganze Adresse ins Adressfeld, die beim Einrichten des Überwachungsauftrags abgefragt wird.

Jetzt zeigt Ihnen Visualping eine Vorschau dieser Website an. Per Maus wählen Sie den Bereich aus, der überwacht werden soll. Im Fall Suche bei Ricardo ist die Rückmeldung «Sorry, wir finden leider nichts». Denn sobald ein passendes Objekt auftaucht, würde das hier aufgelistet.

Ein Check pro Tag mit der Gratisversion

Sie geben daraufhin einen Schwellenwert an: Er besagt, wie gross die Änderungen sein müssen, damit Sie informiert werden. Dieser Wert sollte gross genug sein, damit Sie nicht wegen Kleinigkeiten eine Benachrichtigung erhalten – aber natürlich ausreichend klein, damit Sie nichts Wesentliches verpassen. Um das richtig einzustellen, ist etwas Tüftelei nötig. Die Auswertung führen Sie visuell anhand des Seitenlayouts aus.

Sie dürfen angeben, wie oft die Überprüfung erfolgen soll. Bei der Gratisnutzung ist das kürzeste Intervall einmal alle 24 Stunden. Mit einem Abo für 10 Dollar pro Monat führen Sie den Check stündlich durch, und mit den teureren Plänen lässt sich das Intervall auf fünf Minuten verkürzen. Das ist allerdings nicht ohne Risiko: Es kann sein, dass Websites solche Aufrufe sperren, weil sie wie ein Angriff wirken.

Fazit: Visualping ist ein vielseitig nutzbares Webinstrument. Es kam im letzten Jahr zu medialer Aufmerksamkeit, weil es auch dazu genutzt werden konnte, auf neue Impftermine aufmerksam zu machen.

Matthias Schüssler

Quelle: Tages-Anzeiger, Mittwoch, 29. Juni 2022

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