Sichere Onlineeinkäufe

Wie Sie dubiose Webshops erkennen

Im Internet gibt es alles – jedes Produkt zum Schnäppchenpreis. Aber auch Betrüger, die es auf unser Geld abgesehen haben. Tipps im Umgang mit sogenannten Fake-Shops.

Matthias Schüssler

Wenn Sie Ihre Kreditkartennummer eintippen, dann tun Sie das nur in einer sicheren Umgebung – und besser nicht in einem öffentlichen WLAN.

Das Internet bereichert unser Alltagsvokabular. Einen Begriff, den wir gezwungenermassen lernen mussten, ist der Fake-Shop: Der «Spiegel» hat ihn geprägt, als 2011 eine Bande aufgeflogen ist, die teure Kameras verkauft, aber nie verschickt hat. In diesem Jahr erlebt er ein regelrechtes Hoch: Bei Energiekrise und Lieferengpässen wird mit Brennholz, mit Velos, mit geklauten Autos beschissen, aber auch mit Elektronik- und anderen schwer erhältlichen Produkten.

Solche Fake-Shops erkennt man meist nicht an der amateurhaften Gestaltung, denn es ist inzwischen kinderleicht, ein Profi-Layout zu kopieren. Gute Produktbeschreibungen sind dagegen schwieriger, zumal Betrüger oft mit automatischen Übersetzungswerkzeugen arbeiten. Ein seriöser Shop braucht zwingend ein Impressum, das eine Postadresse beinhalten muss. Achten Sie auf die Geschäftsbedingungen und auf Kontaktmöglichkeiten: Wenn Sie bei Problemen den Kundendienst nur unter einer Gmail-Adresse erreichen, sollten Sie die Finger vom Kauf lassen.

Bekannte Fake-Shops meiden

Es gibt weitere Kriterien, auf die Sie achten sollten: Prüfen Sie die Zahlungsmethoden, indem Sie probehalber einen Kauf durchspielen (natürlich ohne wirklich zu bezahlen): Wenn am Ende nur die Vorauszahlung oder eine direkte Überweisung von Privaten zu Privaten z. B. mit Paypal angeboten wird, obwohl vorher auch von anderen Zahlungsmitteln die Rede war, dann ist das verdächtig.

Der Fakeshopfinder hat einen betrügerischen Onlinestore entlarvt: Diese Website wurde mitsamt dem Inpressum von einem legitimen Angebot kopiert.

Sehen Sie sich die Internetadresse genau an: Fake-Shops verwenden oft eine Adresse, die fast genauso lautet wie die eines bekannten Onlineladens, allerdings mit einem minimalen Unterschied wie z. B. «sh0p.com» statt «shop.com». Sie können die Adresse unter Verbraucherzentrale.de/fakeshopfinder überprüfen: Dieser Check stammt von deutschen Konsumentenschützern und kennt auch viele internationale und Schweizer Shops.

Die Schweizerische Kriminalprävention verweist auf Gütesiegel, die aufzeigen, dass ein Shop zertifiziert ist und gewisse Standards wie ein Rückgaberecht einhält. Das Siegel selbst lässt sich natürlich fälschen. Aber beim Klick auf das Siegel sollten Sie auf die Website des Ausstellers gelangen, auf der Sie nachprüfen, ob der fragliche Shop auch mit genau der Adresse aufgeführt ist, über die Sie ihn aufgerufen haben. Bekannte Siegel sind Swiss-online-garantie.ch oder Trustedshops.de.Bei Letzterem finden Sie auch Nutzerbewertungen.

Wo kaufen Sie online ein?

  • Ich beschränke mich auf die grossen, bekannten Shops. 27%
  • Ich nutze vor allem die bekannten Shops plus kleinere, spezialisierte Läden. 62%
  • Ich kaufe überall – immer zum günstigsten Preis. 4%
  • Ich kaufe nicht im Netz. 7%

537 Personen haben an dieser nicht repräsentativen Befragung teilgenommen.

Es gibt auch einen Graubereich zwischen den seriösen und den betrügerischen Shops: Es kann sein, dass ein unschlagbar günstiges Schnäppchen durch zusätzliche Kosten verteuert wird. Ich habe schon erlebt, dass mir nebst Lieferkosten ungefragt auch eine «Transportgarantie» plus «Admingebühr» verrechnet worden ist. Und bei Bestellungen im Ausland fallen fast immer Zoll- und Abwicklungsgebühren an, die gerade die preiswerten Güter überproportional verteuern.

Ob eine Preisangabe realistisch ist, eruieren Sie über Preissuchmaschinen wie Toppreise.ch oder Google Shopping. Wenn ein Shop den günstigsten Preis nochmals um 20 Prozent unterbietet, dann erhalten Sie eine Produktfälschung, ein Mängelexemplar oder gar nichts.

Den Computer und Zahlungen absichern

Für den sicheren Onlinekauf verwenden Sie Smartphone, Tablet oder Computer, auf denen die Apps und das Betriebssystem auf dem neuesten Stand sind. Sie registrieren sich mit einem starken, sicheren Passwort, und wenn Sie Ihre Kreditkartennummer eintippen, dann tun Sie das nur in einer sicheren Umgebung, wo Ihnen niemand über die Schulter sehen kann – und besser nicht in einem öffentlichen WLAN. Übrigens sind mobile Zahlungs-Apps wie Apple Pay unter dem Strich sicherer als die Kreditkarte, weil sie mit einmaligen Transaktionscodes operieren, die von einem Dieb nicht für weitere Einkäufe genutzt werden können.

Falls Sie bei einem Fake-Shop eingekauft haben, kontaktieren Sie die Bank, um die Zahlung, falls noch möglich, zu stoppen. Sammeln Sie Beweismaterial wie Bestätigungsmails und machen Sie einen Screenshot des Angebots, das Sie wahrgenommen haben. Mit diesen Informationen stellen Sie Anzeige bei der Polizei, und Sie können den Fall auch beim nationalen Zentrum für Cybersicherheit unter Report.ncsc.admin.ch melden.

Quelle: Newsnetz, Donnerstag, 22. September 2022

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