Musikqualität im MP3-Zeitalter

Unkomprimiertes Audio hält mit der CD mit

Dank Terabyte-Festplatten lassen sich CDs ohne Qualitätsverlust kopieren.

Von Matthias Schüssler

Bei MP3 und anderen datenreduzierten Formaten werden recht rabiate Tricks zur Verringerung der Dateigrösse eingesetzt. Konkret werden alle Töne entfernt, die ein menschlicher Zuhörer nicht wahrnimmt, weil sie unterhalb der Hörschwelle liegen oder durch lautere Töne maskiert werden.

Das geschieht zwar so geschickt, dass bei einer Bit-Rate von 256 kbps auch sehr geübte Hörer keinen Unterschied zwischen dem Original ab CD und der MP3-Kopie feststellen können. Trotzdem lesen Audio-Liebhaber ihre CDs längst nicht mehr mit MP3 oder dem qualitativ besseren Nachfolge-Standard AAC ein, sondern setzen auf die Kopie ohne Verlustbehaftung. Sie heisst in der Fachsprache «Lossless» und braucht massiv mehr Speicherplatz. 400 bis 800 MB sind es je nach Einstellung pro Album – zehnmal mehr als mit MP3. Aber aktuelle Festplatten schlucken auch unkomprimierte riesige Musiksammlungen – ein- bis zweitausend Alben bringt man bei der Kompromisslos-Qualität unter. Als Formate wählen unter Windows viele das Wav- und beim Mac das Aiff-Format. Eine gute Wahl ist auch Flac; ein offenes Format zur verlustfreien Kompression, das eine Reduktion auf etwa 50 Prozent der ursprünglichen Dateigrösse erzielt.

Wer iTunes und iPods nutzt, setzt auf «Apple Lossless»; es steht in den Importeinstellungen von iTunes zur Auswahl, reduziert verlustfrei auf 60 Prozent der Ursprungsgrösse und bietet volle Unterstützung für Metadaten (Informationen zu Titel, Interpret und Albumcover). Auch neuere iPods spielen das Lossless-Format. iTunes kann Musik wahlweise für die Nutzung auf mobilen Playern in einem platzsparenden Format erzeugen.

Quelle: Tages-Anzeiger, Montag, 14. Februar 2011

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