Softwarekompatibilität
Das alte Empire und das neue Betriebssystem
Ich habe einen neuen PC. Beim neuen Betriebssystem kann ich mein absolutes Lieblingsgame «Empire Earth» nicht installieren. Wie kann ich das Game laden?
Bruno Aeschbacher, Sennhof
Der «XP-Modus» bei Windows 7 hilft Programmen mit Kompatibilitätsproblemen auf die Sprünge. Programme, die sich von Haus aus nicht mit Windows 7 vertragen, werden über eine originale XP-Installation ausgeführt.
Der Trick hinter dem XP-Modus ist die Virtualisierung. Das alte Betriebssystem läuft innerhalb von Windows 7. Eine Software namens Virtual PC 2007 stellt dafür eine Umgebung bereit, die dem alten Betriebssystem Hardware vorgaukelt. Das ist an sich nichts Neues. Den gleichen Trick verwenden Sun Virtualbox (www.virtualbox.org) oder VM Ware (www.vmware.com). Der Clou am «XP Modus» ist, dass die alten Programme nicht in einem Fenster ausgeführt werden und separate, virtuelle Laufwerke nutzen. Die Programme verhalten sich im Gegensatz zu der Ausführung mit anderen virtuellen Maschinen wie ganz normale Programme. Der «XP Modus» ist kostenlos erhältlich. Gehen Sie für die Installation akribisch nach der Anleitung vor, in der Sie auch die nötigen Downloaddateien finden:
http://windows.microsoft.com/de-DE/windows7/install-and-use-windows-xp-mode-in-windows-7
Der «XP Modus» hat indes einige Pferdefüsse: Er steht nur Nutzern offen, die Windows 7 Professional, Enterprise oder Ultimate installiert haben. Mit Home Premium bleibt man aussen vor. Die Hardware des PC muss den «XP-Modus» unterstützen. Und schliesslich eignen sich nicht alle Programme für die Virtualisierung. Sie fordert ihren Tribut, denn bei den meisten Programmen ist eine gewisse Verlangsamung verschmerzbar, bei Spielen oft nicht. Ob Ihr Lieblingstitel mit dem «XP-Modus» oder mit Virtualbox in akzeptablem Tempo läuft, finden Sie am besten durch Ausprobieren heraus.
Falls nicht, bleiben zwei Möglichkeiten: Sie könnten den alten Rechner als Spiel-PC in Betrieb halten. Oder Sie richten auf dem neuen PC parallel zu Windows 7 eine XP-Installation ein. Diese Konstellation nennt sich Dualboot- oder Multiboot-System.
Dazu ein Wort der Warnung: DasEinrichten eines Multiboot-Systems braucht Kaltblütigkeit und handfeste Kenntnisse der Materie. Sie müssen genau über Ihren Rechner Bescheid wissen und eine klare Vorstellung davon haben, wie Sie die beiden Betriebssysteme nutzen wollen. Falls Sie sich die Konfiguration nicht zutrauen, halten Sie in Ihrem Bekanntenkreis Ausschau nach einem abgebrühten Crack, der Ihnen hilft. Und machen Sie nichts an Ihrem System, bevor Sie nicht alle Daten und Dokumente auf einem externen Speichermedium gesichert haben.
Die erste grosse Hürde liegt darin, dass Sie für das alte Betriebssystem eine eigene Partition bereitstellen müssen. Das geht normalerweise nur durch Löschen aller Daten. Spezialprogramme wie Acronis Disc Director teilen die Festplatte jedoch ohne Datenverlust (www.acronis.de) neu ein. Die zweite Hürde liegt im Bootmanager. Diese Software fragt nach dem Einschalten des PCs, welches Betriebssystem gestartet werden soll. Windows enthält einen Bootmanager, aber damit dieser auch beide Systeme zur Auswahl anbietet, ist es wichtig, erst das alte und dann das neue System zu installieren. Bei der umgekehrten Reihenfolge müssen Sie den Bootmanager manuell konfigurieren, und das ist keine triviale Angelegenheit.
Detaillierte Anleitungen für Windows 7, Vista und XP bietet Microsoft unter folgender Adresse. Wählen Sie Ihre Version und dann Install Windows > Multiboot:
http://windows.microsoft.com/de-de/windows/help/install-reinstall-uninstall

