Firefox’ neuer Wurf mit besseren Orientierungshilfen
Firefox 3 ist da. Der freie Webbrowser zementiert seine Position als starker Konkurrent von Microsofts Internet Explorer.
Von Matthias Schüssler
Seit vier Jahren buhlt Firefox um die Gunst der Surfer. In dieser Zeit konnte die Mozilla-Stiftung mit ihrem Browser ein grosses Stück des Internet-Kuchens erobern. Über dessen Grösse kursieren unterschiedliche Zahlen. Das Analysetool thecounter.com weist für Firefox gerade mal 16 Prozent Marktanteil aus. Internet Explorer liegt in dieser Statistik mit 78 Prozent uneinholbar in Führung. Bei w3schools.com ist Firefox mit 39,1 Prozent dem Internet Explorer (53,8%) hingegen dicht auf den Fersen.
Als sicher darf gelten, dass Firefox bei den Vielsurfern am erfolgreichsten ist. Der Browser ist dank seiner Erweiterbarkeit, seiner transparenten Konfiguration und seiner Herkunft aus der Open-Source-Community bestens auf die Bedürfnisse der anspruchsvollen Webnutzer zugeschnitten.
Das gilt auch für die Neuerungen in Firefox 3. Die neue Adressleiste erleichtert Surfern das Leben, die auf vielen Sites unterwegs sind. Während man tippt, schlägt sie (wie bisher) besuchte Adressen vor. Jetzt erscheinen in der Liste aber auch Vorschläge aus der Lesezeichensammlung. Sie sind durch einen Stern gekennzeichnet.
Die Lesezeichen werden zusammen mit der Chronik, also der Liste der besuchten Seiten, in der so genannten Bibliothek verwaltet. Das Zusammenführen von Chronik und Lesezeichen vereinfacht die Organisation der Linksammlung. Adressen können per Maus von der Chronik in die Lesezeichensammlung gezogen werden. In der Bibliothek gibt es auch Befehle zum Sichern und Wiederherstellen der Adresssammlung.
Eine hilfreiche Sache sind die Schlagwörter. Sie sind zwar nicht neu, wurden in Firefox aber massiv aufgewertet. Man kann einem Lesezeichen eines oder mehrere Stichworte zuordnen. Zum Aufrufen einer verschlagworteten Adresse braucht man nur eines der Stichworte in die Adressliste einzutragen. Das geht bei kurzen und prägnanten Stichworten so schnell wie keine andere Aufrufmethode. Umwege erspart auch das Menü «Meistbesuchte Seiten» in der Adressleiste. Es zeigt die Lieblings-Homepages, ohne dass man sie dort ablegen müsste.
Schneller, sparsamer
Laut der Mozilla-Stiftung ist Firefox 3 schneller und braucht weniger Speicher als der Vorgänger – keine leere Behauptung. Neu ist auch das Zoom: Über «Ansicht > Zoom» wird die Seite als Ganzes vergrössert oder verkleinert und nicht, wie bis anhin, nur der Text.
Anpassungen erfahren hat auch die Oberfläche. Diese sind so moderat ausgefallen, dass man sich schnell daran gewöhnt. Die Mozilla-Stiftung hat von Microsofts Fehlern gelernt – viele Anwender haben die grossen Veränderungen bei der Oberfläche des Internet Explorer 7 nicht goutiert.
Aufgewertet wurde das Dialogfeld «Seiteninformationen», abzurufen über den Befehl «Extras». Es steuert nun die «Berechtigungen»: Man kann für eine gerade geöffnete Adresse festlegen, ob sie Grafiken laden, Popups öffnen, Cookies setzen und Erweiterungen installieren darf. Im Reiter «Sicherheit» ist ersichtlich, ob Passwörter oder Cookies gespeichert sind.
Firefox 3 kann besser mit den Erweiterungen von Drittherstellern umgehen. Bei «Extras > Add-ons» gibt es die neue Rubrik «Plug-ins». Hier werden die Hilfsprogramme zur Darstellung von Webinhalten aufgeführt: der Adobe Reader, Apple QuickTime, RealAudio, Windows Media oder Flash. Man kann sie bei Problemen oder zur Leistungssteigerung deaktivieren. Bislang war das nur für so genannte Erweiterungen möglich, also für Module mit zusätzlichen Bedienmöglichkeiten, nicht aber für Module, die auf Inhalte Einfluss nehmen.
Die Mozilla-Stiftung hat mit Firefox 3 gute Arbeit geleistet. Auf den ersten Blick wirken die Neuerungen unspektakulär. Viele Details entpuppen sich erst in der täglichen Arbeit als durchdacht. So sollte es mit einer neuen Programmversion immer sein.
Für Windows, Linux und Mac OS X, ca. 7 MB:
www.mozilla-europe.org
SCREEN TA
Flinker zum Ziel mit der neuen Adressleiste.

