Mit Google wieder so effizient wie früher suchen
Über die Jahre hat sich die Google-Suche stark verändert – nicht nur zum Besseren. Die einstmals schlichte Liste mit den Treffern wurde mit immer mehr Informationen angereichert. Ein Blogger erklärte die Google-Suche jüngst sogar für tot. Edward Zitron schrieb im April, Prabhakar Raghavan habe sie auf dem Gewissen. Raghavan ist einer der direkten Untergebenen von Google-Chef Sundar Pichai.
Der Vorwurf steht im Raum, dass Google die Qualität der Suchresultate zugunsten der Rentabilität opfert. Wenn man dem Blogger glauben darf, bootete Raghavan einen Google-Mitarbeiter der ersten Stunde aus. Ben Gomes setzte sich seit jeher für die neutrale Informationsvermittlung ein. Google widersprach.
Unbestreitbar ist, dass klassische Suchtreffer immer weniger im Zentrum stehen. Die neue «AI Overview» verdrängt die Links weit nach unten: In den Vordergrund schiebt sich eine künstliche Intelligenz, die umfassende Informationen bereitstellt und Klicks auf Dritt-Websites oft überflüssig macht.
Ein kleines Zugeständnis hat Google den Kritikern gemacht. Es gibt eine neue Ansicht, die nur Weblinks anzeigt, und KI und Schlagzeilen weglässt. Eliminiert werden auch Infohäppchen von Wikipedia und Googles Hotel- und Flugvermittlung.
Und so gelangen Sie zu der Trefferliste ohne Schnickschnack: Klicken Sie in der Leiste unterhalb des Eingabefelds – dort, wo Sie die Suche nach Bildern, News oder Videos auswählen – auf den Befehl «Web». Falls er nicht direkt sichtbar ist, finden Sie ihn im Menü «Mehr». Und das wars schon.
Viele Nutzerinnen und Nutzer würden die Web-Ansicht gerne standardmässig verwenden. Leider stellt Google selbst keine solche Option bereit. Doch wenn Sie über udm14.com suchen, erhalten Sie von Google sofort die gewünschte Darstellung.
Falls der Unmut wächst, ist das eine Chance für die Konkurrenz. Diese sieben Suchmaschinen schlagen Google nicht auf ganzer Linie, bieten mit individuellen Vorzügen aber Ausweichmöglichkeiten:
Startpage.com liefert Google-Resultate in anonymisierter Form. Die Resultate bestehen aus Links, ohne weitere Anreicherungen.
Metager.de ist ein Urgestein, das in zwei Jahren den 30. Geburtstag feiert. Diese Suchmaschine nimmt die Resultate von Bing, Yahoo und Brave zusammen und reichert sie mit eigenen Treffern an.
Swisscows.com wird in der Schweiz betrieben. Die Stärken sind der Datenschutz und der Vorschau-Knopf, der das Sichten der Treffer vereinfacht. Als familienfreundliche Suchmaschine blendet Swiss-cows «ungeeignete» Inhalte aus.
Duckduckgo.com ist die bekannteste unabhängige Suchmaschine. Sie setzt auf Datenschutz und KI-Funktionen, die sich auch ausschalten lassen.
Ecosia.org ist die Suchmaschine für das ökologische Gewissen. Sie bezieht die Resultate von Google und Bing und unterstützt vom Gewinn Klima- und Umweltschutzprojekte.
Qwant.com wurde als französische Antwort auf Google konzipiert. Eine auf Kinder spezialisierte Variante ist Qwantjunior.com.
Kagi.com schliesslich ist eine werbefreie Suchmaschine. Sie ist mit vielen innovativen Funktionen ausgestattet, die sich nicht über das Geschäft mit Nutzerdaten, sondern über ein Abo (ab 5 Dollar im Monat) finanziert.
Matthias Schüssler ist Digitalredaktor der SonntagsZeitung.

