Facebook und Instagram
Zuckerberg will seine KI mit Ihren Daten trainieren – so blockieren Sie die Funktion
Ab dem 26. Juni nutzt Meta Nutzerdaten fürs Training seiner künstlichen Intelligenz. Dagegen können Sie Widerspruch einlegen.
Matthias Schüssler
Am 26. Juni 2024 tritt bei Meta eine neue Datenschutzrichtlinie in Kraft. Das ist das Dokument, das die meisten Nutzerinnen und Nutzer nicht einmal überfliegen – das es aber in der neuesten Fassung in sich hat. Meta plant nämlich, eine eigene künstliche Intelligenz namens Meta AI aufzubauen. Und die wird auch mit Daten der Nutzerinnen und Nutzer von Facebook und Instagram trainiert.
Meta erklärt, fürs Training effektiver Modelle seien «enorme Datenmengen nötig». Die beschaffe man sich aus öffentlichen Quellen, und man nutze auch «Informationen, die über die Produkte und Services von Meta geteilt werden». Das heisst: Beiträge, Fotos und Bildunterschriften, die täglich millionenfach auf den Plattformen veröffentlicht werden.
Ausgeschlossen sind immerhin Privatnachrichten und bislang auch die Kommunikation auf Whatsapp. Und die Inhalte von «Europäerinnen und Europäern unter 18 Jahren» landen nicht in Meta AI.
Auch Schweizer dürfen Widerspruch einlegen
Die europäischen User sind in einer privilegierten Situation: In den meisten Weltregionen wurde die KI-Nutzung stillschweigend eingeführt. Aufgrund der strengeren Datenschutzgesetze in der EU räumt der Konzern in Europa Widerspruchsrecht ein. Bei der Grenzziehung zwischen EU und Kontinent nimmt es Meta nicht so genau: In der Ankündigung ist nur von «Europäern» die Rede, wie aber unser Versuch bewiesen hat, wurde auch unser Einspruch aus der Schweiz umgehend akzeptiert.
Wer nicht will, dass persönliche Daten für Meta AI genutzt werden, kann – und sollte – auch als Schweizerin oder Schweizer Widerspruch einlegen. Der Weg dazu führt über ein Formular, das Meta nach allen Regeln der Kunst versteckt hat. Sie finden es über die «Datenschutzrichtlinie». Wie Sie sich zu der durchklicken, hängt davon ab, ob Sie Facebook oder Instagram in der App oder im Browser nutzen.
Widerspruch einlegen: So gehts
Im Browser klicken Sie bei Facebook auf Ihr Profilbild rechts oben und wählen «Einstellungen und Privatsphäre», dann «Einstellungen». Sie finden die Datenschutzrichtlinie in der Menüleiste links am unteren Ende. Bei Instagram betätigen Sie den Menüpunkt «Profil», klicken dann aufs Zahnradsymbol und auf «Einstellungen und Privatsphäre» und hier am unteren Ende der Seite (nicht im Menü) auf «Datenrichtlinie» (nicht «Datenschutzrichtlinie»).
Wie Sie sich in Facebook zur Datenschutzrichtlinie durchklicken.
Und wie Sie in Instagram ans Ziel gelangen.
Wenn Sie diese Richtlinie vor sich haben, klicken Sie auf den Link bei Widerspruchsrecht und Sie gelangen zum Formular – mit etwas Glück funktionieren auch diese Direktlinks für Facebook oder für Instagram. Im Formular wählen Sie das Wohnsitzland, tragen Ihre Mailadresse ein und geben im darunter stehenden Pflichtfeld den folgenden Text ein: «Ich lege Widerspruch dagegen ein, dass meine persönlichen Daten für das Training einer Meta-KI genutzt werden.»
Das Bestätigungsmail, das nach kurzer Zeit den Widerspruch bestätigt.
Wenn alles geklappt hat, erhalten Sie nach wenigen Minuten ein E-Mail, das Ihren Einspruch bestätigt.

