Tipps für digitale Geräte

Daten sparen – für leistungsstarke Handy, Tablet, PC und Mac

Wie Sie auf Ihren Geräten das Datenvolumen schonen, im Ausland Roaming-Kosten vermeiden und verhindern, dass ein dickes Update die Internet-Kommunikation blockiert.

Matthias Schüssler

Zur Arbeit gehört auch eine gewisse Datenhygiene. Wir zeigen Ihnen, wies klappt. 

Der schöne Begriff der Datenautobahn ist fast so alt wie das Web selbst. Er wirkt heute etwas überholt, aber eines bringt er immer noch gut auf den Punkt: Diese digitale Strasse kann auch mal schmal oder verstopft sein. Und darum sind Verkehrskontrollen sinnvoll – selbst wenn die Kapazität des «Verkehrsnetzes» heute riesig ist.

Gründe für «Verkehrskontrollen»

Es gibt diverse Gründe für solche Verkehrskontrollen. Der wichtigste Grund sind Reisen ins Ausland, wenn uns nur ein knappes Datenvolumen zur Verfügung steht. Dumm, wenn wir nur schnell in der Messenger-App nach wichtigen Nachrichten sehen wollten und die Podcast-App just dann einen Download startet, der uns teure Roamingkosten beschert. Zu Hause oder im Büro möchten wir verhindern, dass dicke Updates die Leitung blockieren, wenn wir eine ruckelfreie Videokonferenz führen möchten. Der Datenschutz kann ein Anlass sein, eine App von ständiger Onlinekommunikation abzuhalten.

Oder Tricksereien. Ein hypothetisches Beispiel: Sie möchten bei Ihrem Musikstreamingdienst Musik auf mehr als einem Gerät hören, haben aber kein Familienabo, mit dem das zulässig ist. Sie laden daher auf einem Gerät Musik für den Offlinekonsum herunter und blockieren für die Streaming-App dann den Internetzugang: Auf diese Weise würde die App Musik spielen, ohne zu kontrollieren, ob eine zweite Wiedergabe läuft. Und klar – das wäre so unpraktisch, dass Sie es, wenn überhaupt, nur ausnahmsweise tun würden.

Den Datensparmodus nutzen

Die einfachste Kontrollmethode ist der Datensparmodus. Beim iPhone und iPad finden Sie ihn in den Einstellungen bei «Mobilfunk». Wählen Sie unter «SIMs» den passenden Anbieter aus und aktivieren Sie unter «Datenmodus» die Option «Datensparmodus». Bei Android-Telefonen finden Sie ihn unter «Netzwerk & Internet > Datensparmodus» – wobei die Option je nach Betriebssystemversion und Gerätehersteller variieren kann.

Auch Windows hat eine solche Option. Sie steckt bei Windows 11 in den Einstellungen unter «Netzwerk und Internet». Wählen Sie hier je nach Anschluss «WLAN», «Ethernet» oder «Mobilfunkverbindung» aus, dann den Provider bzw. Ihr WLAN und setzen bei «Getaktete Verbindung» ein Häkchen. Beim Mac benötigen Sie das neuste Ventura-Betriebssystem: Bei dem klicken Sie in den Systemeinstellungen auf «WLAN», dann beim verbundenen Netz auf «Details» und schalten den Datensparmodus ein.

iPhone: Beim Datensparmodus werden die Hintergrundaktivitäten der Apps angehalten.
Fotos: Alle Screenshots schü

Android: Der Datensparmodus ist in den Einstellungen unter «Netzwerk & Internet» zu finden.

Bei Windows heisst die Option «Getaktete Verbindung» – sie bewirkt aber das gleiche.

Der Mac hat erst in der neuesten Version des Betriebssystems einen Datensparmodus zu bieten.

Apps gezielt sperren

Aber wie kontrollieren Sie einzelne Apps? Am iPhone und iPad tun Sie das in den Einstellungen bei «Mobilfunk». Hier erlauben oder sperren Sie einer App den Onlinezugang – aber nur im Handynetz. Fürs WLAN ist eine solche Steuerung nicht möglich. Bei Android ist die einfachste Lösung eine Firewall-App wie Netguard, die es kostenlos im Play-Store gibt. Wenn Sie diese installiert und gemäss der Anleitung konfiguriert haben, aktivieren Sie die «Verkehrskontrolle» über den Schalter links oben. Dann steuern Sie in der Liste den Internetzugang pro App, indem Sie rechts neben dem Namen das Symbol für den Mobilfunk und/oder WLAN ein- bzw. ausschalten.

Tripmode ist eine elegante App für den Mac. Sie zeigt an, welche Apps wie viel Daten verbrauchen, und verrät in der Detailansicht, mit welchen Servern sie kommunizieren. Über einen Schalter lässt sich der Datenverkehr stoppen: So stellen Sie sicher, dass Ihr Datenvolumen nicht ohne Ihre Zustimmung belastet wird, und Apps, die Sie auch tatsächlich benötigen, schalten Sie einzeln frei. Tripmode stammt von einem Schweizer Entwickler und ist für 15 Franken unter tripmode.ch erhältlich. Eine beliebte, aber deutlich teurere Alternative ist Little Snitch.

Bei Windows gibt es eine eingebaute Firewall. Die lässt an Benutzerfreundlichkeit zu wünschen übrig, aber sie erfüllt ihren Zweck: Geben Sie bei der Suche «Windows-Sicherheit» ein und starten Sie das gleichnamige Programm. Klicken Sie auf «Firewall und Netzwerkschutz», dann auf «Zugriff von App durch Firewall zulassen». Es erscheint ein Fenster, in dem Sie Apps einzeln sperren, indem Sie das Häkchen bei «Privat» bzw. «Öffentlich» entfernen – Windows unterscheidet zwischen diesen beiden Netzwerktypen, wobei Sie der Einfachheit halber beide Häkchen entfernen. Falls eine App fehlt, klicken Sie auf «Andere App zulassen» und fügen Sie sie hinzu.

Das iPhone kann jeder App einzeln den Mobilfunkzugang gewähren oder sperren.

Bei Android ist eine App wie Netguard die bequemste Methode, um den Internetzugang gezielt zu regeln.

Die Tripmode-App zeigt im Normalbetrieb an, welche App wie viel Datenaufkommen macht.

Im eingeschränkten Modus von Tripmode muss jede App, die ins Netz will, freigeschaltet werden.

Die Windows Firewall ist kein Wunder an Benutzerfreundlichkeit, aber sie erfüllt den Zweck.

Die Sperre wieder aufheben

Falls Sie einzelne Apps sperren, denken Sie daran, sie hinterher wieder freizugeben. Die Firewall-Apps merken sich die Einstellungen normalerweise, sodass Sie sich später womöglich wundern, warum eine App einfach keine Verbindung aufbauen kann.

Quelle: Newsnetz, Donnerstag, 18. Mai 2023

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