Weihnächtliche App-Tipps

Mit diesen vier Apps sehen Sie den Sternenhimmel in neuen Dimensionen

Das Smartphone hilft dabei, den Blick über den Horizont zu weiten – es bietet Orientierung am Nachthimmel und lädt zum Spaziergang durchs Sonnensystem ein.

Matthias Schüssler

Der kleine Bildschirm hilft beim Erkunden des riesigen Firmaments.

Den Himmel beobachten

Am Nachthimmel gibt es jede Menge zu entdecken, selbst wenn der Dreikönigsstern gerade nicht zu sehen ist: Sternen und Sternbilder, Planeten, die Raumstation ISS und immer mehr Satelliten. Für Orientierung sorgen Astronomie-Apps, von denen es inzwischen eine beachtliche Anzahl gibt. Eine der schönsten Apps heisst Sky Guide und ist für das iPhone erhältlich.

Die App zeigt die Sternbilder anhand liebevoller Grafiken, die beim Identifizieren helfen. Der virtuelle Himmel passt sich der Tageszeit an. Planeten, Satelliten und Bezugspunkte werden beschriftet, und es gibt auch den «AR»-Modus: Er blendet die Himmelsobjekte und die Bezeichnungen im Livebild der Kamera ein. Das erleichtert ungeübten Beobachtern die Orientierung, auch wenn es selbst dann nicht immer einfach ist, die Darstellung am kleinen Display mit dem Schauspiel am Firmament in Übereinstimmung zu bringen.

In einer bezaubernd schönen Visualisierung des Himmels zeigt die Sky Guide Sternzeichen, Planeten, Monde und Raumfahrzeuge.

Im Kalender zeigt Sky Guide, was es aktuell und in den nächsten Tagen am Himmel zu sehen gibt.

Um die Bewegungen der Sterne und Planeten zu verstehen, beschleunigen Sie den Zeitablauf. Sie haben auch die Möglichkeit, den Beobachtungsstandort auszuwählen. Im «Kalender» zeigt die App eine Art «Programmvorschau» für den nächtlichen Himmel an: Sie erklärt, welche Objekte wann am Himmel stehen, und sie liefert auch einen Ausblick auf die nächsten Tage und besondere Ereignisse. So erfahren wir, dass sich in den nächsten Tagen Mond, Saturn bzw. Mond und Jupiter am Himmel begegnen und sich für eine Beobachtung anbieten.

Die App ist kostenlos, aber es lohnt sich, für 2 Franken die Datenbank mit allen Sternbildern zu erwerben. Es gibt auch ein Abo, das 20 Franken im Jahr kostet und noch mehr Sterne und Darstellungsmöglichkeiten bereithält.

Ins All vordringen

Fürs Android-Telefon und das iPhone bietet sich Stellarium an. Diese App ist die mobile Variante der gleichnamigen Open-Source-Software, die seit zwanzig Jahren für Windows, Mac und Linux entwickelt wird und auch als virtuelles Teleskop fungiert. Mit ihr holen Sie entfernte Himmelsobjekte gross auf den Bildschirm: Wenn Sie am Mausrad drehen oder am Touch-Display zoomen, dann erscheint beispielsweise der Jupiter, der zuvor nur als kleiner, heller Punkt zu sehen war, mit seinen charakteristischen Wolkenbändern, umgeben von seinen Monden.

Sie beschleunigen auch bei Stellarium den Zeitablauf. Am Desktop-PC dürfen Sie Ihren Standort wählen. Ihr Beobachtungspunkt ist nicht auf die Erde beschränkt: Sie können sich auch auf einen Planeten in unserem Sonnensystem oder auf einen Stern in der Galaxis teleportieren und «von aussen» auf die Erde oder die Sonne zu sehen.

Stellarium lässt uns den Himmel nicht nur von der Erde, sondern auch von anderen Himmelskörpern aus beobachten. Hier ein Blick vom Erdenmond, der Sonne, Saturn, Venus und Erde zeigt.

Stellarium am iPhone: Die App zeigt die geraden Himmelskörper und fungiert auch als virtuelles Teleskop.

Stellarium hat einen riesigen Funktionsumfang, der sich nicht auf den ersten Blick erschliesst. Wenn Sie mit der Maus in die linke untere Bildschirmecke fahren, erscheint ein Menü mit den wichtigsten Befehlen, und über die «F1»-Taste erhalten Sie Hinweise auf die wichtigsten Tastaturkürzel.

Mit Solar System Scope bewegen Sie sich frei durchs Sonnensystem. Oder sie reisen hinaus in den interstellaren Raum, bis unsere Galaxie mit ihrer Spiralgestalt sichtbar wird. Diese App (für iPhone/iPad und Android) simuliert mit den Mitteln eines Computerspiels das Sonnensystem mit den hochauflösend dargestellten Planeten und dem Asteroidengürtel: Mit zwei Fingern vergrössern und verkleinern Sie die Ansicht, und mit einem Finger drehen und kippen Sie sie. Sie tippen Planeten oder Monde an oder wählen Objekte über das Menü am linken Rand aus. Die App zeigt dann einen Lexikoneintrag, visualisiert die Umlaufbahn und erlaubt über den Punkt «Struktur» sogar einen Blick ins Innere des Objekts.

Mit Solar System Scope durchstreifen wir das Sonnensystem oder die ganze Galaxie.

Planeten und Himmelskörper lassen sich in Detailansichten erkunden und sogar von innen ansehen.

Bei den Weltraum-News auf dem Laufenden bleiben

Eine Art astronomischer Gemischtwarenladen ist die Nasa-App (Android und iPhone). Sie liefert, in Englisch, Mitteilungen zu den Projekten der Weltraumagentur, hält eindrückliche Bilder und Videos sowie Hintergrundinformationen bereit – namentlich zur Artemis-Mission, bei der 2025 wieder Menschen auf dem Mond landen sollen. Die App macht einen etwas angestaubten Eindruck. Trotzdem gibt es auch hier viel zu entdecken, teils auch interaktive Anwendungen, etwa 3-D-Modelle von Raumfahrzeugen oder das Sky-View-Modul, mit dem sich die ISS, das Hubble-Teleskop und die Landsat- und Terra-Satelliten verfolgen und am Himmel aufspüren lassen.

Quelle: Newsnetz, Donnerstag, 22. Dezember 2022

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