7 Tipps für Lesende
Wo der E-Reader dem gedruckten Buch überlegen ist
Lange Zeit hatten digitale Bücher ihre Tücken. Das ist nicht mehr so – das E-Book ist inzwischen die komfortablere und auch ökologischere Wahl.
Matthias Schüssler
«Solange es noch Wälder, Papierfabriken und Buchdruckereien gibt, sind E-Books etwas vom Überflüssigsten, was die Welt je gesehen hat», habe ich im Dezember 2001 in einem Zeitungskommentar behauptet und damit eine der grössten Fehlprognosen meiner journalistischen Laufbahn abgeliefert.
Aber: Im Vergleich zu heute taugten die Lesegeräte damals nichts. Die neueste Generation der E-Book-Reader ist dem gedruckten Buch in fast jeder Beziehung überlegen, wie der Tolino Vision 6 beweist, der für um die 170 Franken erhältlich ist. Er ist leicht (215 Gramm), hat eine eingebaute, in der Helligkeit regulierbare Hintergrundbeleuchtung, ist wasserdicht und kann zum Lesen in alle Richtungen gehalten werden: hoch oder quer, mit der Griffleiste rechts, links, oben oder unten.
Auch in der Ökobilanz siegt das elektronische Buch, wie der Bayerische Rundfunk herausgefunden hat – zumindest bei Leuten, die mehr als zehn Bücher pro Jahr lesen und die Geräte nach Ende der Lebenszeit richtig entsorgen.
Dem gedruckten Buch verbleiben drei Vorteile: Es braucht keinen Strom, lässt sich über öffentliche Bücherschränke teilen, und es stellt der Leserin und dem Leser keine digitalen Hürden in den Weg. Immerhin sind die niedriger geworden, wie die nachfolgenden Tipps zeigen, die für Tolino-Lesegeräte mit aktueller Software passen:
Bücher drahtlos aufs Gerät bringen
Die meisten E-Book-Reader zeigen nicht nur elektronische Bücher aus dem eingebauten Store an, sondern aus beliebigen Quellen; auch solche, die man aus anderen Stores bezogen hat. Eine prominente Ausnahme sind die Bücher von Amazon für sein eigenes Lesegerät, den Kindle. Sie enthalten einen Kopierschutz (DRM) und sind nicht kompatibel mit anderen E-Readern. Auch bei älteren E-Books ist mit einem Kopierschutz zu rechnen – die deutschen Verlage haben das DRM 2015 abgeschafft.
Es ist auch nicht mehr nötig, Bücher via USB-Kabel auf die Geräte zu verfrachten. Die Tolino-Geräte sind an die Cloud angebunden. Sie ist via Smartphone oder Tablet über die App (iPhone/iPad und Android) und am Computer über webreader.mytolino.com zugänglich. Dort hat man seine Bücher im Zugriff, sieht Notizen und Anmerkungen und organisiert, wenn man mag, seine Sammlungen.
Über die Cloud lädt man eigene Bücher hoch, die im Anschluss auch am Lesegerät zur Verfügung stehen.
Über den Computer lädt man auch eigene Bücher hoch, die auf den Geräten erscheinen, die mit dem gleichen Konto angemeldet sind. Der Befehl fürs Hochladen ist über den unscheinbaren Menüknopf mit den drei Punkten rechts oben zugänglich.
Weitere Stores verknüpfen
Den Tolino gibt es bei verschiedenen Buchhändlern; in der Schweiz bei Orell Füssli und Weltbild. In den Geräten ist der Store des Buchhändlers voreingestellt, von dem man das Gerät erworben hat. Es ist aber möglich, weitere Stores zu verwenden. Im Menü tippen Sie auf «Meine Konten & meine Familie» und dann auf «Bibliothek-Verknüpfungen». Sie haben hier die Stores von Thalia, Hugendubel, Bücher.de, eBook.de und einigen weiteren Anbietern zur Wahl.
Wie lesen Sie Ihre Bücher?
- Nur gedruckt, meine Bibliothek ist internetfreie Zone. 18%
- Mal so, mal so – schön aufbereitete Bücher verdienen es, auf Papier gelesen zu werden. 46%
- Nur noch digital, weil das den Platz für Bücherregale spart. 34%
- Lesen? Als Hörbuch-Fan lasse ich vorlesen. 1%
- Lesen? Netflix ist meine Bibliothek! 0%
1132 Personen haben an dieser nicht repräsentativen Befragung teilgenommen.
Praktisch – aber noch besser wäre ein App-Store, über den man beliebige Leseprogramme installieren könnte. Dann hätte selbst Amazon die Möglichkeit, eine Lese-App für seine Kindle-Bücher anzubieten.
Bücher mit Freunden und Familie tauschen
Im Menü unter «Meine Konten & meine Familie» finden Sie auch den Menüpunkt «Meine Familie». Über diese Funktion dürfen Sie E-Books tauschen beziehungsweise ausleihen. Wenn Sie die Mitglieder Ihres Bücherzirkels hinzugefügt haben, tippen Sie am Reader etwas länger aufs Cover. Es erscheint ein Menü, über das sie, neben weiteren Befehlen zur Organisation, die Möglichkeit haben, das Buch für jemanden freizugeben.
Eigene Inhalte für den E-Book-Reader aufbereiten
Über die Cloud bringen Sie nicht nur gekaufte Bücher aufs Lesegerät, sondern auch Inhalte, die Sie selbst erstellt haben. Sie können PDF-Dateien hochladen, aber besser geeignet sind Epub-Dateien – die sind für die Anzeige am Lesegerät optimiert. Um eigene Epub-Dateien zu erstellen oder vorhandene Dateien umzuwandeln, empfiehlt sich das Gratisprogramm Calibre, das es für Windows und Mac gibt. Es wandelt eine Vielzahl an Formaten, beispielsweise Word, in Epub um.
Screenshots machen
Mit dem Tolino lassen sich Bildschirmfotos anfertigen. Für einen Screenshot drücken Sie die Einschalttaste, die sich beim Tolino Vision 6 auf der Rückseite befindet, etwas länger. Daraufhin erscheint ein Menü, in dem die Befehle «Ausschalten», «Neustarten», «Abbrechen» und «Bildschirmfoto» zur Auswahl stehen.
Ein eigenes Bild für den Ruhemodus
Standardmässig zeigt der Tolino im Stromsparmodus ein schlafendes Gesicht an. Es gibt jedoch zwei andere Optionen: Man kann entweder das Cover des zuletzt gelesenen Buchs oder aber eigene Bilder anzeigen lassen. Die Auswahl treffen Sie im Menü unter «Einstellungen > Weitere Einstellungen». Möchten Sie ein eigenes Bild verwenden, sollte das im PNG-Format vorliegen, 1264 auf 1680 Pixel gross sein und im Ordner DCIM deponiert werden. (Das optimale Format und auch der Ablageort können aber je nach Tolino-Modell variieren; die Angaben hier gelten für den Vision 6.)
Wörterbücher hinzufügen
Der Tolino erlaubt es, Textstellen zu markieren und Notizen zu erfassen. Dazu tippen Sie eine Passage etwas länger an, bis zwei Marker erscheinen. Mit denen markieren Sie den Anfang und das Ende der Passage, die Sie interessiert. Es erscheint ein Kontextmenü, über das Sie die Befehle «Markieren», «Notiz erstellen», «Nachschlagen» und «Übersetzen» zur Verfügung haben.
Die letzten beiden Befehle greifen auf die Wörterbücher zu, die auf dem Gerät installiert sind und auch ohne WLAN-Verbindung funktionieren. Es gibt Nachschlagewerke für diverse Sprachen, unter anderem Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch. Es sind aber nicht alle von Haus aus auf dem Gerät vorhanden. Um weitere Bücher herunterzuladen, tippen Sie im Menü auf «Einstellungen», dann auf «Sprache / Language» und auf «Wörterbücher». Tippen Sie diejenigen an, die Sie zur Verfügung haben möchten.

