Software
Wenn der Browser mit Updatebegehren stresst
In den letzten Tagen erhalte ich immer wieder Aufforderungen, Anwendungen wie den Flash-Player zu aktualisieren. In der Vergangenheit habe ich das System über die Windows-Wiederherstellung bereinigt. Da sich die Situation immer wieder einstellt, möchte ich Sie fragen, ob es ein Mittel gibt, solche Anfragen zu verhindern?
Lorenz Capaul, via Mail
Das ist die falsche Methode! Die Windows-Systemwiederherstellung ist nur dann sinnvoll, wenn Sie ein Programm installiert haben, das das System beeinträchtigt oder wenn beim automatischen Update etwas schiefgegangen ist. In anderen Fällen stellt die Systemwiederherstellung ein Risiko dar. Sie entfernt womöglich Updates, die Sicherheitslücken geschlossen haben.
Mit anderen Worten: Sie müssen in den sauren Apfel beissen und die Updates für die installierten Programme ausführen – so lästig das auch sein mag. Schadprogramme gelangen heute in aller Regel nicht mehr wie früher über infizierte Mailanhänge oder Downloads auf den Rechner. Die Infektion erfolgt über Sicherheitslücken im Browser selbst oder in den Browser-Erweiterungen. Der besagte Flash-Player, Adobe Reader, Java oder Silverlight sind die grössten Einfallstore. Die Updates schliessen die Sicherheitslücken und erhöhen die Sicherheit.
Der Firefox-Browser blockiert in neueren Versionen Erweiterungen automatisch, wenn diese bekannte Sicherheitslücken aufweisen. Es erscheint eine Warnseite, über die Sie die Erweiterung trotzdem ausführen können. Sie sollten das aber wirklich nur dann tun, wenn es nicht anders geht. Über die Seite www.mozilla.org/de/plugincheck listen Sie alle installierten Plug-ins auf und prüfen, ob sie noch aktuell sind.
Wenn Sie die ständige Aktualisiererei leid sind, dann können Sie Plug-ins auch entfernen. Zu diesem Zweck deinstallieren Sie die fraglichen Programme über die Systemsteuerung und «Programme > Programme deinstallieren» von Ihrem Computer. Sie können die Plug-ins auch im Browser deaktivieren. Bei Firefox tun Sie das über die Menüschaltfläche mit den drei waagrechten Strichen und «Add-ons». Wählen Sie die Rubrik «Plugins» und setzen Sie die Option am rechten Rand auf «Deaktivieren». Bei Google Chrome geben Sie «chrome://plugins/» in die Adressleiste ein und klicken bei den fraglichen Einträgen auf «Deaktivieren». Im Internet Explorer klicken Sie auf die Zahnrad-Schaltfläche und «Add-ons». Wählen Sie bei «Anzeigen» den Eintrag «Alle Add-ons» und deaktivieren Sie die, die Sie nicht brauchen.
Weniger Erweiterungen erhöhen die Sicherheit – aber bei manchen Websites werden einzelne Inhalte fehlen. Wenn das entscheidende Elemente sind, dann reaktivieren Sie das deaktivierte Plug-in einfach wieder. Firefox und Chrome teilen Ihnen mit, welche Komponente benötigt wird. Internet Explorer zeigt hingegen nur ein rotes X.
Matthias Schüssler
Der TA-Experte beantwortet Fragen zu Mac, Windows, Sicherheit, E-Mail, Internet und Multimedia.

