Vertrödelte E-Mail-Auslieferung
Ich habe ein seltsames Problem: Wenn mir eine Bekannte E-Mails schickt, so kommen sie erst einen Tag später bei mir an. Umgekehrt, also von mir zu ihr, läuft alles normal.
Brigitte Schaub, Pfaffhausen
Das kann passieren. In aller Regel werden Mails zwar innert Minuten zugestellt. Es kann aber durchaus auch Stunden, einen Tag oder im Extremfall mehrere Tage dauern. Das E-Mail-System ist nicht auf unmittelbare Zustellung ausgelegt. Nachrichten werden von Server zu Server übermittelt. Fehler, Überlastungen oder bewusste Verzögerungen können nun Verspätungen verursachen. Wählen Sie daher für Botschaften, die unmittelbar zur Kenntnis genommen werden müssen, einen anderen Weg: Das kann ein SMS oder eine Meldung per Instant Messenger sein, wenn Sie wissen, dass Ihr Gesprächspartner diese Kommunikationsmittel regulär nutzt. Ansonsten greifen Sie zum Telefonhörer – da sind Sie dann sicher, dass Ihre Mitteilung angekommen ist.
Wo es zu Verzögerungen kommt, lässt sich ermitteln, wenn der Empfänger einen Blick in den E-Mail-Header einer eingegangenen Nachricht wirft. Dort sind die Stationen protokolliert, über die eine Nachricht gelaufen ist, und anhand des Zeitstempels können Sie dann sehen, wo sie liegen geblieben ist.
Wie Sie den Header bzw. den Quellcode einer Mailnachricht einsehen, ist von Mailprogramm zu Mailprogramm verschieden: Bei Windows Live Mail, Windows Mail aus Windows Vista und Outlook Express tun Sie das bei der geöffneten Nachricht über den Befehl «Datei > Eigenschaften», bei Windows Live Mail 2011 klicken Sie auf die blaue Schaltfläche in der linken oberen Ecke und wählen «Eigenschaften». Öffnen Sie den Reiter «Details» und klicken Sie auf die Schaltfläche «Quelltext».
Bei Apple Mail ist es der Befehl «Darstellung > E-Mail > Reine Datei», bei Mozilla Thunderbird «Ansicht > Nachrichtenquelltext», bei Entourage wiederum «Ansicht > Quelltext». Bei Outlook gibt es keine vernünftige Möglichkeit, den Nachrichten-Quelltext einzusehen.
Sie sehen nun am Anfang der Nachricht mehrere «Received:»-Einträge. Das sind die Stationen, die die Nachricht durchlaufen hat. Ob sich herausfinden lässt, bei welchem Server die Nachricht hängen geblieben ist, hängt davon ab, wie entsprechend der Rechner benannt wurde, aber in aller Regel findet man einen einigermassen aussagekräftigen Namen.
Wenn Sie feststellen, dass Ihr E-Mail-Dienstleister schuld ist, sollten Sie ihn via Kundendienst auf das Problem aufmerksam machen. Oft hilft eine pragmatische Lösung: Schicken Sie die Nachricht einfach über einen anderen Postausgangsserver. Es ist sowieso nicht verkehrt, einen Reserve-Postausgangsserver eingerichtet zu haben. Bei Problemen ist Ausweichen generell eine gute Strategie.

