InDesign – Die Sache mit den Querverweisen

(msc) Querverweise in InDesign sind ein leidiges Thema – umso erfreulicher, dass wir an dieser Stelle endlich eine solide Lösung anbieten können.

Bei verschiedenen Gelegenheiten (in Publisher 1-2003 ab Seite 20 und im letzten Publisher auf Seite 33) sind wir der Frage nachgegangen, wie man beim Gestalten aufwändiger Dokumente auf andere Textstellen verweist. In einer wissenschaftlichen Arbeit oder einem Fachbuch kommt es häufig vor, dass man auf einen früheren oder späteren Textabschnitt hinweisen möchte. Doch solche Referenzen sind tückisch. Wer seine Leser mit «Siehe Seite sowieso»-Sätzchen durch das Werk leitet, muss tunlichst darauf achten, dass die Seitenangaben nachgeführt werden. Sonst führen die Querverweise in die Irre, sobald sich der Seitenumbruch ändert.

Der Beitrag «Fortsetzung auf Seite…» im Publisher 6-2005 erklärt, wie man über die Funktion «Nächste Seitenzahl» im Menü «Sonderzeichen einfügen» Querverweise einrichten kann. Die vorgestellte Lösung funktioniert jedoch unter bestimmten Umständen nicht und ist bei Lichte betrachtet ein übles Gebastel. Anwender, die Werke mit vielen Querverweisen zu betreuen haben, sollten die folgende Lösung verwenden:

Der Trick basiert auf einem Script, das Teus de Jong verdienstvollerweise der InDesign-Gemeinschaft anheim legt: Sie finden das Script in einer von uns leicht modifizierten Version im Publisher-Downloadbereich oder im Original unter www.teusdejong.nl/indesign/crossrefs.zip (diese Fassung erzeugt einen Fehler, wenn Sie das Script in einem Dokument verwenden, in dem es auch Weblinks gibt).

Das Script «updatecrossrefs.js» verwendet die Hyperlink-Funktion von InDesign. Um einen Querverweis einzurichten, platziert man als Erstes an der Stelle, auf die verwiesen werden soll, ein so genanntes «Hyperlinkziel». Dazu blendet man die Hyperlinkpalette ein (sie befindet sich im Menü «Fenster» unter «Interaktiv») und wählt den Befehl «Neues Hyperlinkziel» aus dem Flyout-Menü. Dem Querverweis gibt man nun einen sprechenden Namen, beispielsweise «QV_Definition_HDTV».

An der verweisenden Stelle geben Sie den Hinweis «Siehe Seite XXX» ein. Nun markieren Sie die drei X mit der Maus, wählen den Befehl «Neuer Hyperlink» aus dem Flyout-Menü der Linkpalette und geben im gleichnamigen Dialog an, dass Sie einen «Textanker» erstellen möchten. Nun lässt sich unter «Name» der Eintrag «QV_Definition_HDTV» auswählen. Auch dem Hyperlink sollten Sie einen passenden Namen geben, beispielsweise «VerweisAufDefinitionHDTV».

Nun kommt das Script von Teus de Jong zum Einsatz. Vor dem erstmaligen Gebrauch muss es installiert werden: Dazu legt man es in den Ordner «Presets\Scripts», der im InDesign-Ordner zu finden ist (z.B. «c:\Programme\Adobe\Adobe InDesign CS»).

Einmal installiert, ist das Script in der Palette «Skripts» abrufbar, die man über das «Fenster»Menü und den «Scripting»-Befehl aufruft. Wenn man nun in der Skripts-Palette auf den Eintrag «updatecrossrefs» doppelklickt, werden alle Verweise durch die aktuelle Seitenzahl ersetzt.

Ändert sich die Seitenzahl, muss «updatecrossrefs.js» wieder ausgeführt werden; eine dynamische Aktualisierung der Verweise findet nicht statt – dementsprechend wichtig ist es, auch vor dem Druck des Dokuments das Script seines Amtes walten zu lassen.

Trotz des kleinen Schönheitsfehlers, dass der Layouter daran denken muss, das Script in Aktion zu versetzen, funktioniert die Sache mit Updatecrossrefs simpel und elegant. Wir haben diesen Weg bei einer umfangreichen Publikation von rund 240 Seiten getestet. Sie hat sich auch in dem grossen Projekt bestens bewährt.

Das Script führt vor Augen, dass in InDesign an sich alle grundlegenden Funktionen vorhanden wären, die für die Querverweise notwendig sind. Vor lauter PDF-Fixierung scheint man bei Adobe allerdings zu übersehen, dass es Leute gibt, die InDesign nicht für die Erstellung von Acrobat-Dokumenten nutzen, sondern für die Produktion analoger Endprodukte: Bücher aus Papier, bei denen ein anklickbarer Hyperlink irgendwie nicht so richtig Sinn macht.

Der erste Schritt zum Querverweis: An der Stelle, auf die verwiesen werden soll, wird ein Hyperlinkziel eingerichtet.

Schritt zwei: An der verweisenden Stelle fügt man einen Hyperlink der Art «Textanker» ein und wählt das in Schritt eins erstellte Hyperlinkziel.

Das Script «updatecrossrefs» fügt bei dem Hyperlink die aktuelle Seitenzahl des Hyperlinkziels ein.

Quelle: Publisher, Montag, 23. Januar 2006

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Thema: Prepress-Tipps
Nr: 6901
Ausgabe: 06-1
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