Googeln auf der Festplatte
Mit einer Suchmaschine für den eigenen Computer findet man seine Dokumente und Mails innert Sekunden.
Von Matthias Schüssler
Die Suche nach Informationen ist im Internet längst viel komfortabler als auf dem eigenen Computer. Google und andere Suchmaschinen liefern innert Sekunden zu einem Suchwort die relevanten Dokumente. Der Computer zu Hause oder im Büro gibt seine Geheimnisse nur dem Benutzer preis, der sich an den Namen und den Speicherort der Datei mit den gesuchten Informationen erinnert. Fündig werden so nur sehr ordentliche Anwender oder solche mit einem konsequent systematischen Ordnungssystem.
Für alle anderen gibt es inzwischen eine Reihe von Desktop-Suchmaschinen. Diese stöbern nach Eingabe eines Stichworts alle relevanten Dokumente oder Mails zu Tage. Der Trick ist, wie bei Google und Co., ein Index. Dank dem automatisch erstellten Volltext-Stichwortkatalog kann die Suchmaschine blitzschnell Resultate liefern. Die Auswahl an Desktop-Suchmaschinen ist gross, da kein Suchmaschinenbetreiber hinten anstehen will und ein eigenes Produkt anbietet:
Google Desktop Search: Der Dateienspürhund des Suchmaschinen-Primus ist direkt in den Browser integriert; so kann man gleichzeitig im Internet und auf der eigenen Festplatte suchen. Das ist komfortabel. Die Konfigurationsmöglichkeiten bei Google sind minimal; ausserdem gelingt es nicht, auf einem langsamen Computer den Indiziervorgang anzustossen. Googles Suchmodul ist als kostenlose Beta erhältlich (447 KB): http://desktop.google.com
Die Yahoo Desktop Search ist nicht in den Browser integriert, sondern läuft als eigenständiges Programm. Der Benutzer legt fest, welche Verzeichnisse zu indizieren sind und welche nicht, auch zu den Dateitypen lassen sich Vorgaben treffen. Über ein Vorschaufenster kann man sich ein gefundenes Dokument anzeigen lassen; der Suchbegriff wird in der Vorschau hervorgehoben. Als einziges Programm findet Yahoo auch Wortformen: Sucht man nach dem Nomen «Absturz», werden auch Dokumente gefunden, die das Verb «abstürzen» enthalten. Gratis-Beta-Version (7,5 MB): http://desktop.yahoo.com
MSN Desktop Search: Microsofts Suchmaschine hat eine starke Ähnlichkeit mit der von Google; allerdings lässt sie sich nur mit dem Internet Explorer verwenden, während das Konkurrenzprodukt auch mit Firefox zusammenarbeitet. Die Konfigurationsmöglichkeiten sind ausreichend; langsame Computer wurden durch MSN ausgebremst. Kostenlose Beta (4,7 MB):
http://beta.toolbar.msn.com
Es besteht kein Zweifel: Auch die privaten oder geschäftlichen Informationen werden je länger, je mehr nach dem Google-Prinzip gesucht und verwaltet. Es gilt dabei zu beachten, dass man auf diesem Weg oft mehr findet, als man wollte: Wenn das Stichwort passt, werden auch private Dokumente oder Mails schonungslos in der Resultateliste präsentiert.
Die Privatsphäre bleibt nur gewahrt, wenn jeder Benutzer ein eigenes Windows-Konto hat, in dem er seine eigenen Daten ablegt, und die Suchinstrumente so konfiguriert werden, dass sie nur die Daten des eigenen Kontos indizieren und allzu Privates nicht im Index erscheint.
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Aufmarsch der Datenspürhunde: Yahoo (links) und MSN finden manchmal mehr, als dem User lieb ist.
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Google: Nur für schnelle PCs.

