Mit diesem Handy passt die Mailbox in den Hosensack

Mit dem S55 ist Siemens ein Multimedia-Handy mit inneren und äusseren Werten gelungen.

Von Matthias Schüssler

Im Waschmaschinentest konnte sich das S55 bis jetzt noch nicht bewähren, bei den alltäglichen Nicht-Survival-Aufgaben macht Siemens’ neues Business-Telefon seine Sache gut. Das handliche und mit 85 Gramm sehr leichte Triband-Telefon tauscht Daten via GPRS, Bluetooth oder Infrarot und kommt mit einem Datenkabel für den Anschluss an den PC. Auf die Hypes der Saison will auch Siemens nicht verzichten und hat MMS und polyfone Klingeltöne ins S55 eingebaut. Auch eine Aufsteck-Kamera ist erhältlich.

Die «QuickPic» liefert keine Megapixel-Qualität, ist aber den meisten anderen Handykameras überlegen. Die Schärfe könnte zwar besser sein, aber bei der Lichtstärke sammelt sie Punkte. Auch bei schwierigen Lichtverhältnissen entstehen brauchbare Aufnahmen, und notfalls lässt sich der eingebaute Blitz zuschalten.

Der Schwachpunkt des S55 ist das Display. Es ist mit 80 auf 101 Pixel sehr klein geraten, sodass auf Fotos nicht viel zu erkennen ist und auch beim Lesen von Kurznachrichten keine Übersicht herrscht. Zudem kann das Bildschirmchen nur 256 Farbstufen anzeigen: Dadurch wirken Schnappschüsse viel schlechter, als sie in Wirklichkeit sind.

Rundum gelungen ist hingegen das eingebaute E-Mail-Programm: Das Abrufen der Internetmailbox klappt auf Anhieb. Sogar Anhänge kommen an: Auf diesem Weg lassen sich Klingeltöne im weit verbreiteten Midi-Format aufs Telefon schicken, oder ebenso Bilder im JPEG-Format. Selbst mit animierten GIFs kommt das S55 zu Rande. Diese lassen sich etwa als Ein- oder Ausschaltanimation einrichten.

Wer viel SMS schreibt, sollte das S55vor dem Kauf testen: So schön das Design, die unterste Tastenreihe ist schwer zu bedienen.

Siemens S55 ohne Kamera 698 Franken, mit Kamera 798 Franken, Kamera separat 149 Franken.

BILD MATTHIAS SCHÜSSLER

Akzeptable Schnappschüsse . . .

. . . liefert die Aufsteck-Kamera.

BILDER SIEMENS

Aussen klein, innen oho: das S55.

Quelle: Tages-Anzeiger, Montag, 20. Januar 2003

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Thema: Bits & Chips
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