Neuauflage für Winword & Co.
Ende Monat ist die neue Version von Microsofts Büro-Programmpaket im Handel: Ein Blick auf Office XP
WALLISELLEN Ab nächster Woche ist Office 10, das mit offiziellem Namen Office XP heisst, im Handel. Lang ist die Liste, in der Microsoft die neuen und überarbeiteten Funktionen aufzählt. Dies bedeutet aber nicht, dass Microsoft seinen neben Windows zweitgrössten Kassenschlager von Grund auf erneuert hat. In Office XP gibt es hauptsächlich Detailverbesserungen.
Gleichzeitig Arbeit und Vergnügen
Microsofts Ziel bei der Entwicklung war, die Standardsoftware leichter bedienbar zu machen. Das Benützen von Office XP soll nicht an Arbeit gemahnen, sondern ein Vergnügen sein – >XP< steht nämlich für Experience, also für Erlebnis. Die wichtigsten neuen Funktionen machen das Arbeiten in der Tat ein bisschen leichter. Die ungeliebte Büroklammer bleibt in Office XP abgeschaltet – ihre Vorschläge empfanden viele Anwender als störende Einmischung. Stattdessen erscheinen bei vielen Arbeitsschritten so genannte >Smart Tags<: Dies sind kleine Symbole, welche beim Anklicken eine Auswahl an gerade brauchbaren Befehlen bieten. Auf diese Weise sollen Benützer bisher unbekannte Befehle kennen lernen können. Ist das nicht gewünscht, können die Smart Tags links liegen gelassen werden. Ein weiteres Novum ist der Arbeitsbereich: Dies ist ein grosszügig gestaltetes Fenster, das je nach Tätigkeit des Anwenders verschiedene Befehle zeigt. Nach dem Starten der Textverarbeitung präsentiert der Arbeitsbereich Befehle zum Einrichten neuer Dokumente mit oder ohne Vorlage oder die zuletzt bearbeiteten Texte. Keine Chance für >Ich liebe dich!<
Viele Neuerungen sind in das Office-Mailprogramm eingeflossen: Viele Benützer werden sich freuen, dass Outlook endlich auch auf Webmail-Konten zugreifen kann: So lässt sich beispielsweise Hotmail-Post endlich auch in Outlook abholen. Zusätzlich hat Outlook neue Teamfunktionen erhalten und ist dank verbesserter Sicherheit nicht mehr anfällig auf Viren nach dem ILOVEYOU-Prinzip.
Eine andere Veränderung heisst Aktivierung und dient der Bekämpfung von Softwarepiraterie: Nach der Installation muss Office XP über das Internet oder eine Telefonnummer freigeschaltet werden – sonst lässt es sich nur fünfzigmal starten. Laut Microsoft besteht kein Zweifel an der Akzeptanz der Aktivierungsfunktion durch die Benützer. Angesichts der hohen Preise, die für ein Office-Paket zu bezahlen sind, werden die Käufer wohl auch nicht besonders erfreut sein. MATTHIAS SCHÜSSLER
øMS Office XP in 4 Versionen: Standard, Professional, Special und Developer (Update ab 498 Fr., Vollversion ab 1098 Fr.), Microsoft, 8304 Wallisellen, www.officexp.ch
Bill Gates präsentiert das neue Office (links). Rechts die in vielen Details verschönerte Programmoberfläche der Bürosoftware, die ein Facelifting über sich hat ergehen lassen.SCREENS: ZÜRICHEXPRESS

