Ellikon an der Thur: Die Kindergärtner luden zur Künstlerausstellung
Die Phantasie in freiem Lauf
«Niemand ist zu gross oder zu klein, ein Künstler zu sein» lautete der Leitspruch der letzten sieben Wochen. Während dieser Zeit hatten sich die dreizehn Elliker Kindergärtner ganz der Kunst verschrieben und so entstanden unter der Obhut von Kindergärtnerin Susan Manhart unzählige Meisterwerke, die nun letzten Mittwoch und Donnerstag an einer Ausstellung zu sehen waren. Die Dorfbevölkerung kam und staunte.
(msc) Es gibt kein Mindestalter für einen Künstler und welche Materialien er einsetzt, ist gänzlich zweitrangig. Was zählt, ist die Phantasie, und die ihre haben die viereinhalb- bis sechsjährigen Elliker Kindergärtner unter Beweis gestellt. Sogar ohne Farbstifte und Malkasten lassen sich – ein bisschen Einfallsreichtum vorausgesetzt – tolle Bilder machen. «Wenn die Farbe fehlt», hiess eine Übung des siebenwöchigen Projekts, bei der die dreizehn jungen Künstler sich zuerst einfallen lassen mussten, womit man alles malen kann. Schliesslich kamen Brennesselsud, Stecken, Hände und Füsse zum Einsatz und wie auf den ausgestellten Fotos zu sehen war, hat die behelfsmässige Ausrüstung dem Vergnügen keinen Abbruch getan. Dass sogar aus Abfall Kunst entstehen kann, merkten die Kindergärtner auch: Sie arrangierten eine Computerplatine, Kaffeerahmschälchen und Hemdenknöpfe zu einem Werk.
Löwenmasken, Hasenmasken
Auch die Eltern und die Primarschüler waren beteiligt, gemeinsam führte man eine Projektwoche durch. Am ersten Tag dieser Projektwoche war das Thema die Schöpfungsgeschichte, welche die Kinder in einem Buch bebilderten. Wieder kamen verschiedene Materialien, glänzende Folie für den Himmel und Seidenpapier für die Sonne. Die Eltern halfen dann bei den Gipsmasken, die zuerst als Gesichtsabdruck fabriziert und dann nach eigenem Gutdünken verziert wurden. Remo hatte sein Konterfei mittels Pelz und Farbe in einen Löwen verwandelt, Martinas Maske trug lange Hasenohren und Martin seiner das Aussehen eine Katze gegeben. Und auch bei der Herstellung der Batik-T-Shirts war die Kindergärtnerin Susan Manhart wohl froh um den Beistand der Eltern.
Auch theoretisch hatten sich die Kindergärtner mit Farbe und Licht auseinandergesetzt. Wie man durch Mischen von Grundfarben zu farbenfrohen Resultaten kommt, hatten die Kleinen geübt, indem sie mit den drei Farben rot, blau und gelb auskommen mussten. Beim Experimentieren mit dem Licht waren dann Schattenbilder entstanden.
Breite Unterstützung
An der Ausstellung gab es einen Grossaufmarsch von Eltern, Grosseltern und Geschwistern und viel Lob für die jungen Künstler. Doch auch die Kindergärtnerin Susan Manhart erhielt von den Besuchern Gratulationen für ihre liebevolle Präsentation der Exponate. Sie wiederum betonte, die Unterstützung durch Eltern, Schulpflege und Sponsoren sei sehr erfreulich gewesen. Ein Mitglied der Schulpflege hatte während der Projektdauer seine Garage als Atelier zur Verfügung gestellt und bei der Arbeit am grossen Strassenbild hatten Mütter die Künstler durch spontanes Spaghettikochen bei Kräften gehalten. Auch der Gemeinderat hatte das Schaffen der Kindergärtner unterstützt, indem er die Dorfcontainer zur Verschönerung freigab. In einem Brief an den Kindergarten zeigte sich Gemeindepräsident Rudolf Winkler erfreut über das Ergebnis und wem die verzierten Container beim Gang durchs Dorf noch nicht aufgefallen war, der konnte sie zumindest auf Fotos von allen vier Seiten bewundern.
Wer angesichts der vielen uvres nun selbst den Wunsch zum künstlerischen Schaffen verspürte, musste dies nicht bis zum nächsten Aufenthalt im Hobbykeller aufschieben, sondern konnte gleich vor Ort kreativ werden. Dafür standen das Gästebuch und eine Menge an Filz- und Farbstiften bereit.

